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100.000-Euro-Loch! Klein-Erzgebirge droht Insolvenz

Trotz der schlechten finanziellen Situation wird in den Werkstätten im Klein-Erzgebirge weiter gearbeitet. Modellbauer Thomas Schulze (54) repariert das Schloss Schlettau.

Von Caroline Staude

Oederan - Er hatte Hoffnung geschöpft, doch nun ist Horst Drichelt (65), Chef des Miniaturparks „Klein-Erzgebirge“ verzweifelter denn je. Der Grund: 100.000 Euro fehlen in der Kasse, dazu kommt nun, dass der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen die Zahlungen eingestellt hat. 

„Das sind 30.000 Euro, die wir jährlich bekommen haben und mit denen ich fest gerechnet hatte“, erzählt Drichelt. „Dazu kämen normalerweise noch 17.000 Euro, die die Stadt Oederan obendrauf legt, die bekommen wir aber auch nur, wenn wir die Mittel vom Kulturraum haben. Wir drehen uns im Kreis.“

Dabei hat Drichelt im Klein-Erzgebirge schon kräftig den Rotstift angesetzt. „Wir versuchen zu sparen, wo es nur geht. Ich habe nur noch neun Mitarbeiter, alle anderen musste ich entlassen, wir haben mit der Versicherung geredet, damit wir weniger zahlen müssen, sparen Energie ein. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass das Geld nicht kommt.“

So schlimm leidet der Chef

Klein-Erzgebirge- Chef Horst Drichelt (65).

Beim Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen will man von Zahlungsverweigerung nichts wissen. „Herr Drichelt muss Unterlagen nachreichen“, erklärt Manja Dahms (38).

„Wir vergeben öffentliche Gelder und müssen genau prüfen, ob das Konzept noch zukunftsfähig ist. Das hat nichts mit Willkür zu tun.“

Auf dem Spendenkonto des Klein-Erzgebirges sind 18.000 Euro eingegangen. Drichelt: „Das ist wirklich super. Aber wenn uns nicht bald jemand hilft, müssen wir Insolvenz anmelden.“

„Ich kann nachts manchmal nicht mehr schlafen und habe Panikattacken“, sagt Klein-Erzgebirge-Chef Horst Drichelt (65). „Ich mache mir Gedanken, wie es hier weitergehen soll.“ Seit seiner frühesten Jugend hängt Drichelts Herz an dem Miniaturpark, der zugehörige Verein zählt derzeit rund 40 Mitglieder. „Es macht mich einfach traurig, wenn ich daran denke, dass wir vielleicht schließen müssen. Wir stecken all unsere Kraft und Energie in das Klein-Erzgebirge.“

Fotos: Sven Gleisberg

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