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Herbert Köfer: Meine letzte Hauptrolle mit 94

Herbert Köfer (94)

Von Katrin Koch 

Dresden - Rentner haben niemals Zeit“ - die Parade-Serie von Herbert Köfer (94) lügt. Denn das Urgestein der DDR-Schauspielgilde nimmt sie sich. Köfer verabschiedet sich nach 75 Bühnenjahren vom Theater. „In der Dresdner Comödie spiele ich meine letzte große Rolle!“

Es ist ein Abschied mit Paukenschlag. Denn Köfer spielt in der Komödie „Opa ist die beste Oma“ (Premiere 21. August) gleich eine Doppelrolle - und schlüpft dafür sogar in Rock und Stöckelschuhe. Und: Er gönnt sich vorm Ruhestand ein kleines Schmankerl - zum ersten Mal steht er gemeinsam mit seiner dritten Frau Heike (54) auf der Bühne.

Der Applaus ist ihm nicht nur zur Premiere, sondern auch für sein Lebenswerk gewiss. Köfers Karriere begann 1941 als Kronprinz Friedrich im Stück „Katte“ am Stadttheater Brieg. Es folgten weit über 100 Fernseh- und Kinofilme, darunter „Nackt unter Wölfen“ (1963), „Hans Röckle und der Teufel“ (1974), die Serie „Rentner haben niemals Zeit“ (1983).

Teilen beide die Leidenschaft fürs Schauspiel: Herbert Köfer und seine Tochter Mirjam (41).

Köfer stand 1952 als erster Ansager für den DFF vor der Kamera. Über 750 Mal lieh er Vater Neumann in der DDR-Radioserie „Neumann 2x klingeln“ seine Stimme. Und noch ein Rekord: Seit 1997 gastierte er über 2000 Mal an der Dresdner Comödie!

Hier nun endet auch seine Theater-Karriere - mit einem Knochenjob. „Ich kann sagen, dass diese Doppelrolle eine der schwierigsten Herausforderungen meiner Karriere ist. Jede Probe ist ein kleiner Kampf“, gesteht Köfer. Geprobt wird in Beelitz, das nur wenige Fahrminuten von Köfers Haus in Michendorf entfernt liegt.

„Sonst wäre es für Herbert Köfer zu anstrengend. Erst ab 10. August werden die Proben nach Dresden verlagert“, so Comödien-Intendant Christian Kühn (33).

Im Defa-Film „Nackt unter Wölfen“ spielte Herbert Köfer (Mitte) den zweiten Lagerführer vom KZ Buchenwald.
Köfers neue und letzte Rolle: In „Opa ist die beste Oma“ spielt Herbert Köfer in einer Doppelrolle Opa George und Nanny Georgine (Mi.). „Rentner haben niemals Zeit“ - Herbert Köfer (94) und Ingeborg Krabbe (84) in der Comödie Dresden.

Fotos: Archiv, dapd/Matthias Rietschel, PR

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